WAS IST GLÜCK?

Diese Frage hat sich wahrscheinlich jeder schon einmal gestellt. Und nicht nur unsere Generation, oder die unserer Eltern. Ich denke, diese Frage existiert, seit es uns Menschen gibt. Oder zumindest Leute, die sich um dieses „Glück“ Gedanken machen. Mir war es bisher gar nicht wirklich bewusst, aber ich selbst stelle mir diese Frage fast täglich. Bin ich glücklich? Habe ich bisher das aus meinem Leben gemacht, was ich mir als Ziel gesetzt hab?

Ich war mal so frei und hab beim allwissenden Wikipedia einfach mal nach dem Begriff „Glück“ gesucht. Dabei kamen mehrere Möglichkeiten heraus, was genau unter diesem Begriff verstanden wird, welche Bedeutungen er hat und was alles damit zusammenhängt. Aber ich werd hier nicht alles einfügen, was ich dazu gefunden habe, das würde den Rahmen sprengen. Daher, versucht’s einfach mal selbst und fragt mal Papa Google oder Wikipedia.

Und damit sind wir schon mittendrin in unserer Suche nach dem „Glück“ oder „glücklich sein“. Für jeden bedeuten diese Begriffe etwas anderes, haben einen mehr oder minder hohen Stellenwert auf unserer To-Do-Liste. Wir streben alle irgendwie danach glücklich zu sein. Aber viele wissen gar nicht genau, wo anfangen.

Zur Zeit les ich ein Buch (Achtung: Keine Schleichwerbung, einfach nur eine Info oder einfach ein Lesetipp) mit dem Titel: „Wo geht’s denn hier zum Glück?“. In diesem Buch geht es darum, warum die Bewohner der 13 glücklichsten Länder der Welt tatsächlich so glücklich sind, und was sie von uns Deutschen so unterscheidet. Ich bin noch nicht mal bei der Hälfte des Buches und bin jetzt schon fasziniert davon, wie gut die Autorin die Vergleiche zieht und die verschiedenen Kulturen und deren Leben beschreibt. An manchen Stellen komme ich ins Grübeln, nicht im schlechten, sondern im guten Sinne. Maike van den Boom macht mich mit ihren Aussagen wirklich nachdenklich, und ihre Sichtweise treibt mich dazu an, mir ebenfalls, gerade jetzt, da das neue Jahr angefangen hat, wieder einmal die im Titel genannte Frage zu stellen. Sie beschreibt auf lustige und anregende Weise, was jeder einzelne dazu beitragen kann, damit wir selbst, und zusammen als Deutsche …

(Um hier einmal kurz klarzustellen, dass ich niemanden auf den Schlips treten will, wenn ich schreibe „Deutsche“: Ich meine all diejenigen, die in Deutschland geboren sind und sich als Deutscher fühlen und betrachten, die Kultur und Traditionen leben. Wir sind zwar ein multikulturelles Land, aber die Art und Weise der „Deutschen“ zu arbeiten und leben unterscheidet sich merklich von anderen Kulturen. Ich meine das hier keinesfalls abwertend und geh nur auf das ein, was Maike van den Boom in ihrem Buch schreibt. Und es ist verdammt schwierig, gerade in einer politisch und kulturell sehr unruhigen Zeit, wie wir sie gerade erleben, sich so auszudrücken, dass nicht gleich ein Shitstorm losgetreten wird. Also Ruhe bewahren, ich fang hier keine Diskussion an, wie sie gerade auf Facebook & Co zu tausenden geführt werden. Mir sind die Hautfarben, Religionen, Wissensstände, Sprachen, und Herkunftsländer völlig egal. Also habt euch lieb. Ach ja, Hasspredigen, populistische Kommentare oder Hetzereien, oder aggressive Postings werde ich, da ich meine Blog-Beiträge auch auf Facebook teile, hier im Blog, oder auf Facebook, stante pede (sofort, ohne zu zögern. Quelle: Wikipedia) löschen.)

… glücklicher werden. Ich weiß gar nicht genau auf welchem Platz in der „World Database of Happiness“ (ja, die gibt es wirklich) Deutschland steht, aber soviel steht fest, nicht sehr weit oben. Warum ist das so? Fragt euch doch mal selbst, ob ihr wirklich glücklich seid. Was macht euch aus, was sind eure Ziele, passt ihr euch der Gesellschaft nur an, oder macht ihr das, was ihr macht, aus Freude. Gibt es Dinge, von denen ihr denkt, dass ihr sie vermisst oder versäumt? Trauert ihr verpassten Gelegenheiten nach, oder packt ihr die vor eurer Nase direkt beim Schopf? Hetzt ihr, weil ihr denkt es muss so sein, den Zielen und Wünschen anderer hinterher, weil es von euch verlangt wurde/wird oder jemand will, dass ihr dessen Traum lebt? Oder weil es eure eigenen Träume, Wünsche und Ziele sind? Was treibt euch an?

Einige würden mir wahrscheinlich sagen, Erfolg, Geld, Macht, Reichtum, ein neues Haus oder Auto, das nächste Smartphone. Lustigerweise sind das genau die Sachen, die Maike auch in ihrem Buch erwähnt. Aber machen diese Statussymbole denn wirklich glücklich? Zählen denn Gesundheit, Familie, Freunde, Hobbys, Freizeit und einfach nur das „Sein“, das Leben, nicht auch, oder sogar maßgeblich, zu unserem Glück?

Was uns Deutsche anscheinend glücklich macht, sind Effizienz, Pünktlichkeit, Perfektionismus … und Meckern. Mir ist oft aufgefallen, dass Menschen anderer Kulturen, gerade aus dem Norden oder Ländern in Lateinamerika uns genau mit diesen Begriffen beschreiben. Wir sind immer daran orientiert noch besser zu sein, noch perfekter und noch erfolgreicher. Aber viele sind dadurch nicht glücklicher, und Neid ist einer der Gründe. Zumindest hab ich so das Gefühl. Wir vergleichen immer: was haben die anderen, was hab ich. Warum können die sich das leisten, warum ich nicht.

Wir gönnen anderen sehr ungern mehr, als das, was wir uns selbst gönnen. Dafür sprechen meiner Meinung nach auch die ganzen Regelungen und Gesetzesentwürfe. Wir sichern uns lieber mit abertausenden Regeln, Verboten und Gesetzen ab, als dass wir auf den Verstand und das richtige Verhalten des anderen vertrauen. Wir glauben einfach nicht wirklich daran, dass die Anderen uns nichts Böses wollen. Aber wie sollten sie auch, da wir sie doch ständig auf ihr Fehlverhalten und ihre Regelbrüche aufmerksam machen. Wir prahlen mit unseren Statussymbolen, geben mit dem an was wir haben, nur um anderen zu zeigen, dass wir einfach besser sind.

Aber stärkt dieses Verhalten das Gefühl des Zusammenhalts? Das wir gemeinsam etwas erreichen können? Doch eher weniger. Damit sage ich nicht, dass wir unsere Familie und Freunde nicht schätzen und gerne mit ihnen zusammen sind. Aber auch hier stelle ich fest, dass mehr denn je eher das „Ich“, als das „Wir“ zählt. Und die Schuld daran suchen wir lieber bei den anderen, als bei uns selbst. Die anderen gehen ja nicht auf meine Wünsche ein, die anderen fragen ja nicht nach, was mir Spaß macht und Freude bereitet, die anderen interessiert es ja eigentlich nicht wirklich, wie es mir geht, etc.

Wenn ich durch die Einkaufsstraßen, oder Innenstadt meines Wohnortes gehe, bemerke ich immer weniger Menschen, die lächeln, sich begrüßen, den anderen auch mal die Tür auf halten und dafür ein „Danke.“ erhalten, oder einfach nur mal bummeln, anstatt gestresst von Laden zu Laden zu hetzen. Zeit wird hier behandelt wie bares Geld. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Eine der Lieblingsweisheiten der Deutschen.

Und dieses Verhalten leben wir den jüngeren Generationen vor. Du willst etwas werden, also streng dich an, Freizeit und Leben kannst Du später dann genießen. Aber wie oft höre ich dann von den älteren Leuten: „Hätte ich mir doch einfach mal mehr Zeit genommen. Hätte ich doch einfach mal mehr gelebt.“

… weiter zu Teil 2

Schreibe einen Kommentar