WAS IST GLÜCK? … TEIL 2

Verpasste Gelegenheiten, Träume, denen wir nachtrauern, Wünsche, die wir uns nicht gönnen und Ziele an denen wir wegen einer falschen und unfreien Entscheidung an uns vorbeisausen lassen.

Ich denke, dass wir Deutschen es einfach noch nicht wirklich drauf haben einfach mal etwas lockerer zu sein. Nicht alles so streng zu nehmen und bei 40 Grad im Schatten dann halt auch mal wirklich aus dem Büro raus zu gehen, sich ein Eis zu holen, um es dann genüßlich auf der Wiese im Schatten unterm Baum zu schlotzen, anstatt immer nur davon zu reden, dass wir das doch gern machen würden. Den Zug verpassen und anstatt das Bahnhofspersonal zu terrorisieren kurz mal durchzuatmen und die Wartezeit für den nächsten Zug mit etwas anderem, als panischen Telefonaten und lautstarken Diskussionen zu überbrücken, zu verbringen. Anstatt vom Sonnenuntergang immer nur Bilder zu sehen, sich wirklich mal die Zeit zu nehmen, raus zu gehen und sich den in Farbe, live & bunt zu genießen. Nicht ständig auf die Uhr zu sehen, nicht immer stur pünktlich zu sein, sondern auch mal die 5-15 Min später kommen, wenn es heißt ca. 15 Uhr.

Dazu kommt auch dieses Ellbogenverhalten. Wir drängeln uns vor, schieben andere einfach beiseite, zum Teil ohne Rücksicht auf Verluste, Meinungen anderer werden größtenteils unter den Teppich gekehrt und bei Diskussionen wird auf die Gefühle der anderen Teilnehmer wenig eingegangen. Wir platzen mit der Tür ins Haus, konfrontieren mit größter Begeisterung, und sind dann doch gekränkt wenn wir mit unseren Ideen an eine Wand fahren.

Der Chef sagt, der Chef hat immer Recht, die anderen sind nur dazu da um das Unternehmen weiterzubringen. Aber ist es nicht so, dass gerade die kleinsten Zahnrädchen dieses Uhrwerk am laufen halten? Oder hat schon mal irgendwer ein Schweizer Uhrwerk mit nur großen Zahnrädern gesehen?

In vielen der glücklichsten Länder dieser Welt gibt es diesen Zusammenhalt der Gesellschaft nur deswegen, weil alle gleich sind, und sich auch so verhalten. Respektvoll, freundlich, freundschaftlich.

Jetzt könnten wir natürlich behaupten, dieses Konfliktpotenzial steckt genetisch in uns, wir haben das ja schließlich schon seit Jahrhunderten so gelebt. Das stimmt in gewisser Weise auch. Die Deutschen haben sich seit jeher bekriegt, sind sich uneinig, jedes Bundesland kocht sein eigenes Süppchen. Dadurch kommt aber auch kein richtiges Gefühl des Zusammengehörens und Zusammenhaltens auf. Warum auch, wir machen doch nur das, was wir für richtig halten. Und schlagen uns damit gegenseitig fast die Köpfe ein, im metaphorischen Sinne. Wir rennen lieber mit voller Wucht aufeinander zu, hoffen dabei, der Andere gibt nach, und müssen dann beim Aufprall feststellen, dass wir gerade einen Totalschaden verursacht haben.

Wir erwarten, dass die Chefs, also hier zum Beispiel auch die Regierung ganz oben, für alle da ist, alle Probleme beseitigt und wir uns um Nichts kümmern müssen, weil die Chefs machen das ja schon. Aber ganz so einfach ist das nicht. Meine Meinung ist, dass jeder der hier in diesem Land lebt und arbeitet, und an der Gemeinschaft teilhaben will, sich ebenfalls kümmern muss. Das heißt auch mit allen Konsequenzen und der Verantwortung, die das mit sich bringt. Wir stehen genauso in der Pflicht uns um unser Land zu kümmern, wie die, die wir gewählt, oder auch nicht gewählt haben. Und diese Menschen brauchen unsere Unterstützung. Wenn wir uns schon auf den untersten Ebenen nicht einig sind, kein einheitliches System schaffen können, in dem es jedem gut geht, und nicht umgekehrt niemandem schlecht, dann haben wir keine Chance eine richtige Einigkeit zu erfahren.

Nur mal so nebenbei, wo glaubt ihr denn, auf welchem Rang stehen wir (laut einer Umfrage von Stepstone „Glückliche Mitarbeiter – Erfolgreiche Unternehmen?, Quelle: Buch, Wo geht’s denn hier zum Glück?) wenn es um glückliche Mitarbeiter geht? Schaut da einfach mal rein. Ich glaube da gibt es noch Luft nach oben.

Ich sage nicht, dass wir es in den nächsten Tagen schaffen, die deutsche Gesellschaft umzukrempeln, dass schafft auch keiner alleine. Aber ist es nicht an der Zeit mal weiterzudenken, dass wir uns weiterentwickeln?

Ich weiß nicht, ob es noch mehr Leuten so geht. Aber ich würde mir einfach ein bisschen mehr nordische Freundlichkeit, lateinamerikanische Fröhlichkeit und allgemein mehr Gemütlichkeit für unser Land wünschen.

Es wird auch noch einen Teil 3 geben. Der dauert allerdings noch ein bisschen. 😉

P.S.: Da war ich wohl doch etwas schneller. Hier geht es weiter zu Teil 3 …

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