VERPACKUNGSFREI EINKAUFEN – TEST 1 – DER WOCHENMARKT

Heute war einkaufen angesagt, nicht viel, aber so ein bisschen was für die Woche und den Mädelsabend. Ich schlug vor Oliven und Antipasti einzukaufen. Zudem wollten wir für zu Hause auch noch ein Glas Honig, ein Brot, ein bisschen Obst und Gemüse. Also anstatt mal wieder in den Supermarkt zu fahren, sagten wir uns, ab auf den Markt. In Hanau gibt es Mittwochs und Samstags von 06:00 – 14:00 Uhr den Wochenmarkt, auf dem sich allerlei Leckereien und Stände aus der Region einfinden und Kunden und Besucher der Stadt auf den Marktplatz locken. Wer es richtig gemütlich haben möchte und zudem den Start in den Tag mit einem geschmackvollen Frühstück beginnen will, der findet direkt am Marktplatz zwei Lokale, die eine große Auswahl für das morgendliche Mahl anbieten. Eines davon bietet einem sogar die Chance, direkt auf dem Marktplatz zu frühstücken. Wer den direkten Rummel mag, der kommt hier auf seine Kosten.

Aber wir wollten Etwas testen. Den verpackungsfreien Einkauf. Also, ein paar Tupperschüsseln mit passenden Deckeln und drei Leinenstofftaschen eingepackt, ab ins Auto, los gings. Klar, wäre bestimmt auch mit dem Bus oder dem Fahrrad gegangen. Ein Fahrrad hab‘ derzeit nur ich und mit dem Busplan komm ich noch nicht ganz zurecht in dieser Gegend. Also muss das bis nächstes Mal warten.

Oftmals wird ein Wochenmarkt mit Gedränge und hektischem Durcheinander verbunden. Erstaunlicherweise muss ich aber gestehen, heute war in den Gängen viel Platz, von den Ständen wehte einem der Duft vom frischen, reifen Obst in die Nase, das Käsemobil lockte mit leckeren Käsesorten, am Oliven & Antipasti-Stand hatte ich das Gefühl mitten in Italien auf dem Markt zu stehen und wer am Fischmobil vorbei ging, war angenehm überrascht vom fehlenden „Fischgeruch“. Wer einfach nur nach Kräutern und Blumen suchte, hatte eine große Vielfalt zu Auswahl, die zudem auch noch richtig nach eigenem Garten roch. Herrlich, einfach herrlich.

Von überall her strömten die Eindrücke, sich gemütlich unterhaltenden Stimmen und Geräusche auf uns ein und gaben uns das Gefühl, willkommen zu sein. Die erste Station war der Honig-Stand von einem Imker aus Erlensee, einem Ort in der Region. Verschiedenste Sorten von ganz süß und leicht, bis hin zu herb und kräftig. Alles da. Im Glas. Von den eigenen Bienen. Daumen hoch! Probiert haben wir den Akazien-, den Tannen- und Kastanienhonig. Der von der Akazie ist es dann auch geworden, die anderen beiden waren uns doch etwas zu bärtig und dominant. Gewählt, gekauft, und beim bezahlen noch den Tipp bekommen, Glas leer, wieder mitbringen. Das Pfand gibt’s dann wieder. Nochmal Daumen hoch! Ach, auch Bonbons, aus reinem Honig, oder in Geschmackskombinationen, gibt’s hier, als kleiner Hinweis, für die nächste Erkältung oder das Kratzen im Hals. Honig wirkt da Wunder. 😀

Nächster Halt, den gab’s erst mal nicht. Einfach mal schlendern, schauen wen und was es hier so gibt. Welcher Stand steht wo? Auch wichtig, wenn man gerne zum Stammkunden werden möchte. Wir lassen die Eindrücke auf uns wirken und sagen, ja, war die richtige Entscheidung. Ich wär‘ fast dran vorbeilaufen, bis mir meine Partnerin auf die Schulter tippte und mich auf den Brotstand aufmerksam gemacht hat. Frisches Brot. Von einem Naturlandhof aus Mömbris-Rappach. Genialst! Und dann haben die da auch noch ein Roggenbrot liegen. Bio! Aus 100% Roggen, mit Natursauerteig, und einer Spur Hefe, damit es schön aufgeht, das waren die Infos vom Hofbesitzer, der übrigens da in Persona vor mir stand. Meine Worte waren nur: „Mehr brauchen Sie nicht zu sagen, das nehm‘ ich!“ Meine Freundin grinste breit, genauso wie die Verkäuferin die neben ihm stand. Verpackt wurde das ganze in eine Papiertüte, zwar mit einem durchsichtigen Plastikfenster, aber die kann man trotzdem gut, wenn man natürlich vorher das Plastik entfernt, für den Biomüll verwenden.

Weiter ging’s dann tatsächlich zum Antipasti-Mobil (das zwar aus Karlsruhe den Weg nach Hanau macht, aber die Antipasti werden von den Leuten selbst hergestellt). Oliven & Co., ich liebe Oliven, und Antipasti, und überhaupt. Einfach lecker! Und wie das immer duftet… Wie Sonne, Meer, Akazien und Strand in Griechenland. Einfach wie Urlaub. Genussvoller Urlaub. So, erste Auswahl meinerseits, Kalamata-Oliven. Erst griff der nette Verkäufer zu den eigenen Plastikbechern, bis ich ihn darauf hinwies, eigene mitgebracht zu haben. Absolut kein Problem, war die Aussage. Auch hier: Daumen hoch! Also 2 Sorten Oliven, einmal gefüllte Peperoni und einmal, wie ich ihn kennengelernt hab, „Schwiegermutterkäse“, einen Aufstrich aus Feta, mit Gewürzen und Knoblauch, absolut lecker! Und alles direkt verpackt in unsere mitgebrachte Tupperware. Check! Das i-Tüpfelchen, es gab einen kleinen Rabatt! Es lohnt sich also mehr an einem Stand zu kaufen. 😀

Auf zum Obst und Gemüse. Zwar war unsere Überlegung noch ein bisschen Schinken für meine Freundin einzukaufen, aber da halten wir uns mittlerweile an den Metzger um die Ecke. Und auch erst mal den Schinken verbrauchen, den wir noch daheim haben. Check. Also, Obst und Gemüse. Eine Schale Heidelbeeren, ebenfalls direkt in eine Tupperware damit, ohne Probleme, ohne Widerworte, vom Obsthof aus Brackenheim. Auch nicht grade der nächste Weg für den Stand, aber wir testen uns ja auch erst mal durch. Dazu kam noch ein halbes Kilo Kirschen für meine Holde, die direkt in eine Papiertüte wanderten. So muss das sein. 😉

Am Schluss noch ein paar Kartoffeln vom Stand aus Bruchköbel-Roßdorf. Vorwiegend-festkochend, Sorte Leyla. Die Verkäuferin vom Stand gab uns den Rat, erst mal nur 1 Kilo zu nehmen, das wäre die Menge für eine Woche. Zumindest wenn es um Kartoffeln der frischen Ernte geht. Im Herbst kann man gern auch mehr nehmen. Die halten sich länger, wegen der dickeren Schale. Alles klar, muss man auch erst mal wissen. Aber find‘ ich gut, dass man hier solche Ratschläge bekommt. Im Supermarkt geht den meisten Verkäufern das am, nett ausgedrückt, Hintern vorbei. Oder noch besser, das tangiert das die Meisten noch nicht mal peripher, egal ob Verkäufer oder Kunde. Da viel mir direkt wieder ein Spruch einer jungen Dame aus meiner Heimat ein. „Hauptsach‘ schnell älles einkaufd, günschdig, ha, un des sen dann hald doch au‘ amal zweahalb Kilo. Des essed mir scho in einer Woch‘. Des muss sei. Und i han koi Luschd öfders in der Woch zum einkaufa ganga. Also sparmer glei a bissle was an Geld und Zeid. Isch doch mir wurschd ob des d’frisch Kartoffla sind. Mir lagern älles lang ei.“ Ja, solange, bis dann einer das Haus kauft, und die selbst eingelegten und eingekochten Glaskonserven von vor 1900 findet. ?

Nach dem Einkauf sind wir ganz gemütlich wieder zurück zum Auto. Auf dem Weg dorthin haben wir mal nachgerechnet. Honig 5,00€/500g, Brot 4,80€/Kilo, Oliven&Co 15,00€, Obst (1/2 Kilo Kirschen, 500g Heidelbeeren, 5 Aprikosen) 6,90€, Neue Kartoffeln 1,80€/Kilo. Summa summarum: 33,50€. Plus die Kosten für’s Fahren und Parken, die sich auf ca. 3,00€ (Benzin +  Verschleiß + Parken). Insgesamt 36,50€.

Ganz ehrlich.

Das Gleiche bezahlt man im Supermarkt. Und da wird man nicht so freundlich bedient, bekommt Ratschläge, kommt raus an die Luft, trifft vielleicht noch Freunde und Bekannte. Kann vorher gemütlich dort frühstücken und danach in der Sonne über den Markt schlendern. Für mich war dort weder die Hektik noch der Stress, den ich oft im Supermarkt habe, zu spüren. Klar, Kassenzettel kann man da vergessen, meistens, aber das ist eigentlich eh nur Papiermüll, meiner Meinung nach. Weil hinten drauf was notieren is‘ nich‘, mit dem ganzen Kleingedruckten.

Für uns definitiv eine gute Entscheidung, mal weg von den Standardwaren, hin zum Regionalen. Die Leute aus der Umgebung unterstützen und dabei mit eigens mitgebrachten „Verpackungen“ auch noch Müll vermeiden.

Beide Daumen hoch für den Wochenmarkt! Wir kaufen hier wieder ein. Und bringen dann auch wieder unsere Tupperware mit 🙂

1 Kommentar

  1. Gut geschrieben. Und ja, da gehen wir wieder hin,.. wenn wir nicht auf ner Con sind…. 😉

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